Aktuelle Gesetzeslage


Achtung:

Wegfall des Bestandschutzes

für kraftbetätigte Tore

Die ASR A1.7 schreibt vor, dass kraftbetätigte Tore, die gewerblich genutzt werden, mindestens einmal pro Jahr durch einen Sachkundigen auf ihren sicheren Zustand geprüft werden müssen.

Die Prüfung von Bestandstoren muss nach dem aktuellen Stand der Technik bewertet werden, nicht wie bisher "Nach dem Stand der Technik bei Inbetriebnahme-"

Sie als Betreiber der Tore sind in der Pflicht, die Prüfung nach ASR A1.7 zu veranlassen.

Bei kraftbetätigten Toren, die gewerblich genutzt werden, ist die Schließkraftmessung ein Bestandteil der jährlichen Prüfung. Darunter fallen Industrie-Sektionaltore, Industrie-Rolltore, Industrie-Rollgitter sowie Schnelllauftore.


Verbandsrichtlinie

Industrieverband Tore Türen Zargen

Die Frage zur sicherheitstechnischenÜberprüfung von gewerblich genutzten Toren gemäß ASR A1.7 wird häufig alleine mit der Messung der Schließkräfte beantwortet - eine nicht ausreichende Betrachtungsweise.

 

Die sichere Auslegung von Toranlagen erfolgt auf Basis der harmonisierten europäischen Toreproduktnorm EN 13241-1 und den unterstützenden Normen, u.a. EN 12453 und EN 12604. Die Normen sind über Jahre eingeführt, stellen den allgemein anerkannten Stand der Technik dar und haben zu einer stetigen Verbesserung der Sicherheit von Toranlagen geführt.

 

Auch die ASR A1.7 würdigt die europäischen Vorgaben und stellt - basierend auf diesen Grundlagen - Informationen und Regeln für Betreiber von gewerblichen genutzen Toranlagen zur Verfügung.

"5 Auswahl von Türen und Toren

(1) In Arbeitsstätten dürfen nur Türen und Tore verwendet werden, die hinsichtlich ihrer Beschaffenheitsanforderungen den europäischen und nationalen Vorschriften (z.B. Produktrecht) entsprechen und die für die Verwendung in Arbeitsstätten geeignet und sicher sind (...)"

Um den kontinuierlichen und sicheren Betrieb von Toranlagen zu gewährleisten, sind nach dem qualifizierten Einbau mindestens jährliche Überprüfungen der Toranlagen notwendig.

 

Diese Maßnahmen können auch als Sicherheitskette bezeichnet werden und beinhalten also die ITT Prüfung, den qualifizierten Einbau und letztlich die regelmäßigen Überprüfungen der Torfunktionen; die ASR A1.7 unterstützt diese Sicherheitskette mit Hinweisen zur sicherheitstechnischen Prüfung.

"10.2 Sicherheitstechnische Prüfung

(1) Kraftbetätigte Türen und Tore müssen nach den Vorgaben des Herstellers vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen sowie wiederkehrend sachgerecht auf ihren Zustand geprüft werden. Die wiederkehrende Prüfung sollte mindestens einmal jährlich erfolgen. Die Ergebnisse der sicherheitstechnischen Prüfung sind aufzuzeichnen und in der Arbeitsstätteaufzubewahren.

 

(2) Die sicherheitstechnische Prüfung von kraftbetätigten Türen und Toren darf nur durch Sachkundige durchgeführt werden, die die Funktionstüchtigkeit der Schutzeinrichtungen beurteilen und mit geeigneter Messtechnik, die z.B. den zeitlichen Kraftverlauf an Schließkanten nachweist, überprüfen können (...)"

Eine alleinige Beurteilung der Sicherheit der Tornalge nur durch die Schließkraftmessung ist weder praxisgerecht noch verantwortungsvoll! Die sicherheitstechnische Überprüfung einer Toranlage durch einen Sachkundigen - nach den Vorgaben des Herstellers - beinhaltet eine qualifizierte Überprüfung aller sicherheitsrelevanten Einrichtungen, darunter auch der Reversierfunktion des Torflügels.

 

Mindestens eine Kraft-/Zeitmessung muss bei der Öffnungsweite von 50 oder / und 300 mm zwischen Haupt- und Gegenschließkantenmitte durchgeführt werden. Wenn die Reversierfunktion bei 50 mm Öffnunsweite überprpüft wird, kann an dieser Stelle auf die Kraftmessung verzichtet werden. Falls ein Hersteller erweiterte Vorgaben für die Prüfung der Reversierfunktion mit Schließkraftmessung macht, müssen diese natürlich ebenfalls berücksichtig werden.